Oberscheld


In einem linken engen Nebental der Dill liegt der Ort Oberscheld.
Er wird von zwei Bächen durchzogen, von der Schelde und der Irrschelde,
die sich in der Ortsmitte zu einem Bach vereinigen. Es ist
anzunehmen, dass der Ortsname von der Schelde herrührt, zumal
das zweite Dorf an der Schelde den Namen Niederscheld trägt. In
Niederscheld mündet die Schelde in die Dill.
Die Geschichte des Dorfes ist sehr eng mit der Eisengewinnung verbunden.
So befanden sich rings um die Gemeinde zahlreiche Eisenerzgruben zum Abbau von
Roteisenstein. Im Ort selbst gab es ein Hochofenwerk zur Erzeugung von Roheisen.
Daneben wurde eine Stromerzeugungsanlage betrieben, die später zu der
Gründung der Hessen-Nassau'schen Überlandzentrale führte. Außerdem entstand
ein Leichtbaustoffwerk, welches aus der im Hochofenwerk anfallenden Schlacke
Kunstbims herstellte, aus dem Leichtsteine und Fußbodenestrich gefertigt wurden.
Mit dem Roheisen wurden die umliegenden Hüttenwerke versorgt, so dass sich
eine blühende Industrielandschaft im Umfeld entwickelte.
Dies gehört jedoch inzwischen der Vergangenheit an. So hat Oberscheld keine
derartigen Produktionsstätten mehr. Lediglich befindet sich am Rande der Gemeinde
noch eine Niederlassung des Energie-Konzerns „E.ON“ als Nachfolgeunternehmen
der Überlandzentrale. Auf dem früheren Hochofengelände haben sich
mehrere Kleinbetriebe niedergelassen.
Oberscheld ist ein idyllisch gelegenes Dorf. Die ausgedehnten Waldungen laden
besonders Naturfreunde zu Wanderungen ein. Der Ort besitzt ein sehr schönes
Waldschwimmbad, welches im Sommer zur Erholung und zur Freizeitgestaltung
dient. In der Nähe des Waldschwimmbades befindet sich der Besucherstollen
„Ypsilanta“, in dem man noch einiges aus der Bergbaugeschichte des Dorfes besichtigen kann.
Oberscheld war bis zur Gebietsreform 1977 eine selbständige Gemeinde und gehört
seitdem zur Stadt Dillenburg. Heute hat der Ortsteil 2195 Einwohner.